Technische Informationen zur Imprägnierung von Klinkerfassaden

Klinkerfassaden sind aufgrund ihrer hohen Rohdichte und Widerstandsfähigkeit grundsätzlich langlebig. Dennoch unterliegen sie insbesondere auf den Wetterseiten eines Gebäudes einer dauerhaften Beanspruchung durch Schlagregen, Frost-Tau-Wechsel, Temperaturspannungen sowie atmosphärische Schadstoffe. Der entscheidende Schadensfaktor für die Bausubstanz ist dabei der Feuchteeintrag in Klinker und Fugen.

Schadensmechanismen durch Feuchtigkeit

Durch kapillare Wasseraufnahme dringt Niederschlagswasser in das Mauerwerk ein. In Verbindung mit Schmutzpartikeln und gelösten Salzen werden die Poren des Baustoffs belastet. Bei wiederholten Durchfeuchtungs- und Trocknungszyklen kommt es zu:

  • biologischem Bewuchs (Algen, Moose, Flechten),
  • Auswaschungen und Zersetzung der Verfugung,
  • Frostschäden durch Volumenvergrößerung gefrierenden Wassers,
  • erhöhter Wärmeleitfähigkeit des Mauerwerks.

Ein durchfeuchtetes Außenmauerwerk weist deutlich schlechtere Dämmwerte auf. Untersuchungen zeigen, dass feuchtebedingte Wärmeverluste im Bereich von bis zu 25 % auftreten können.

Wirkprinzip der Imprägnierung (Hydrophobierung)

Die Imprägnierung von Klinkerfassaden erfolgt durch das Aufbringen eines hydrophobierenden Wirkstoffs, der in die kapillaren Poren des Baustoffs eindringt und deren Wasseraufnahme signifikant reduziert. Gleichzeitig bleibt die Wasserdampfdiffusion erhalten, sodass eingeschlossene Bau- oder Restfeuchte weiterhin nach außen abgegeben werden kann.

Die fachgerechte Hydrophobierung erfüllt damit folgende Funktionen:

  • Reduzierung der kapillaren Wasseraufnahme
  • Schutz vor Schlagregenbeanspruchung
  • Verringerung frostbedingter Schäden
  • Einschränkung des Nährbodens für mikrobiellen Bewuchs
  • Verbesserung des hygrothermischen Verhaltens der Außenwand

Eingesetztes Imprägnierungssystem

Wir setzen eine diffusionsoffene Imprägnierung auf Siloxanbasis ein, die speziell für mineralische Untergründe wie Klinker und Fugenmörtel geeignet ist. Im Vergleich zu konventionellen Imprägnierungen bietet dieses System:

  • hohe Eindringtiefe in den Baustoff
  • langfristige Wirksamkeit von ca. 12–15 Jahren (abhängig von Exposition und Untergrund)
  • keine filmbildende Schicht
  • Erhalt der optischen Erscheinung der Fassade

Herkömmliche Produkte weisen häufig lediglich eine Standzeit von 3–5 Jahren auf.

Kontrolle und Instandhaltung

Ab dem achten Jahr nach Applikation wird eine regelmäßige Funktionsprüfung im Zweijahresrhythmus empfohlen. Ein einfacher Benetzungsversuch (Wassertropfen-Test) ermöglicht eine erste Beurteilung der Wirksamkeit. Zeigt die Oberfläche kein Abperlverhalten mehr, ist eine Erneuerung der Imprägnierung fachgerecht durchzuführen.


 

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